Baubiologische Beratungsstelle IBN

Baubiologe IBN 

Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik) Vermeidung

Was sind elektrische Gleichfelder und wie entstehen sie?

Elektrische Gleichfelder, oder auch Elektrostatik genannt, entstehen überwiegend an synthetischen Oberflächen. Im Alltag ist die elektrostatische Aufladung beim Gehen über Synthetikteppiche und die nachfolgende unangenehme Entladung beim Berühren von Metallteilen bekannt. Fühlbar sind diese Entladungen übrigens erst ab ca. 2000 Volt.  Elektrostatik hat negative Folgen für das Raumklima – Staub und Reizstoffe wirbeln vermehrt durch die Luft und die Luftionisation wird ungünstig beeinflusst.
Die bekannteste Erscheinung von elektrischen Gleichfeldern in der Natur ist sicherlich der Blitz bei einem Gewitter. Dabei entstehen gewaltige elektrische Feldstärken, die mehrere tausend Volt pro Meter betragen können. Aber auch ohne Gewitter haben wir eine natürliche Luftelektrizität, die durch die positive Ladung der Ionosphäre (obere Schichten in der Atmosphäre in ca. 85 km Höhe) entstehen. Die dort auftre-tenden Feldstärken bewegen sich zwischen 100 und 200 Volt pro Meter.
Elektrische Gleichfelder können aber auch in unserem Alltag erzeugt werden. Während sich, wie oben beschrieben, elektrische Ladungen bei einem elektrisch leitenden Material ausgleichen können, ist das bei einem gut isolierenden Material nicht mehr möglich. Sie verbleiben auf dem Material und  verursachen selbst ein elektrisches Gleichfeld. Werden also zwei gute elektrische Isolatoren nah aneinander vorbeigeführt (entscheidend ist der geringe Abstand und die Geschwindigkeit, nicht die Reibung), so können leicht beträchtliche Spannungen auftreten. Wir kennen das vom Ausziehen eines Synthetikpullovers, wenn sich die Ladungen knisternd über Funken entladen.
Gemessen wird die Luftelektrizität 
in V/m (Volt pro Meter) , die Oberflächenspannung in V (Volt) , die Entladezeit in s (Sekunden).

Welche biologischen Auswirkungen haben elektrische Gleichfelder?

Als biologische Wirkungen sind neben den erheblichen Spannungen im Körper, verbunden mit teilweise schmerzhaften Entladungen, die schlechte Beeinflussung des Raumklimas zu nennen. Als Erholungsorte für Atemwegserkrankungen werden Orte wie Gebirge oder das Meer u.a. deshalb bevorzugt, weil dort die Luft relativ frei von Staub und die Anzahl der (negativen) Kleinionen besonders hoch ist. Elektrostatik bewirkt genau das Gegenteil, sie zerstört die Luftionisation und Staubverwirbelung.

 Erscheinungen sind deshalb u.a. Begünstigung von Asthma und Allergien, Schwindel, die Beeinflussung der allg.Leistungfähigkeit.

 Künstliche Ionisation mit hohen Ionenkonzentrationen werden auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Bei Pflanzen- und Tierversuchen wurden mit elektrischen Gleichfeldern in alltäglicher Größenordnung erbgutverändernde Wirkungen beobachtet. Pflanzen und Tiere entwickelten sich dabei zu Urformen ihrer Art.


Tipps zur Vermeidung von elektrischen Gleichfeldern

  • Vermeiden Sie Kunststoff und Synthetik, wann immer es geht
  • Verzichten Sie vorsichtshalber auf Synthetikteppiche oder lassen Sie diese von einem Baubiologen überprüfen 
  • Synthetische Gardinen verursachen sehr oft starke Felder, besonders in Kombination mit Zentralheizungssystemen 
  • Legen Sie Schurwollteppiche nur auf leitfähige Untergründe
  • Vermeiden Sie die Kombination Fußbodenheizung und Teppich
  • Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit auf mindestens 50%. Kontrollieren Sie die relative Luftfeuchte mit einem Hygrometer
  • Decken Sie Teppiche, Couch, Sessel oder Sitzbezüge aus Synthetik mit Naturstoffen ab
  • Sorgen Sie für einen ausreichenden Luftaustausch (mindestens alle Stunden kompletter Luftaustausch)
  • Schirmen Sie Geräte wie Computermonitore oder Fernseher mit leitfähigen Stoffen ab
  • Geben Sie Synthetikkuscheltiere einen "Schlafsack" aus Naturstoffen
  • Achten Sie auf natürliche Kleidung aus Baumwolle, Wolle, Viskose, Leinen, reiner unbehandelter Seide, Leder usw.
  • Sorgen Sie für Naturschuhwerk mit leitfähigen Sohlen (ESP-Sohlen)
  • Achten Sie auf elektrostatisch neutrale Brillengläser
  • Kunststoffe sind nicht immer elektrostatisch, prüfen Sie das nach

 

 

Empfehlungen 


DIN/VDE (Arbeitsplatz)
DIN/VDE (Bevölkerung)
TCO 
(schwedische Computernorm) 

Baubiologische Richtwerte (für Schlafplätze)
Luftelektrizität 




Oberflächenspannung




Entladezeit 




Ableitwiderstand 

 




40.000 V/m
10.000 V/m
1.000 V/m


unauffällig <100 Volt/m
schwach 100-500 Volt/m
stark 500-2000 Volt/m
extrem > 2000 Volt/m

unauffällig <100 Volt
schwach 100-500 Volt
stark 500-2000 Volt
extrem > 2000 Volt

unauffällig <10 Sekunden
schwach 10-20 Sekunden
stark 20-30 Sekunden
extrem > 30 Sekunden

unauffällig <1 GOhm
schwach 1-100 GOhm
stark 100-1000 GOhm
extrem > 1000 GOhm


 


Verursacher (Beispiele) 

Holzfußbodenimitation (Laminat)

 




bis 
±10.000 V

 


Holz-/ Korkfußboden (unbehandelt)

< +10V


Holz-/ Korkfußboden (gewachst)

< +100V


Holz-/ Korkfußboden (lackiert) 

±500-10.000V


Synthetikteppich

-5.000V


Polyestergardine (30% Luftfeuchte)

> -10.000V


Polyestergardine (70% Luftfeuchte)

> -500V