Baubiologische Beratungsstelle IBN

Baubiologe IBN 

Magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz)

Was sind magnetische Wechselfelder und wie entstehen sie?


Magnetische Wechselfelder entstehen als Folge von fließendem elektrischen Wechselstrom in Installationen, Leitungen, Geräten, Transformatoren, Motoren, Maschinen Spulen, Drosseln etc. Magnetische Wechselfelder sind sogenannte Wirbelfelder. Die Feldlinien eines magnetischen Wechselfeldes sind Kreisbahnen, sie haben weder Anfang noch Ende im Gegensatz zu elektrischen Wechselfeldern). Magnetische Wechselfelder durchdringen ziemlich jedes Material und jeden Körper nahezu ungehindert. 
Gemessen wird bei magnetischen Wechselfeldern die sogenannte Flussdichte oder Induktion. Die Einheit hierfür ist T (Tesla) bzw. das in der Baubiologie bevorzugte nT (Nanotesla - 1.000.000.000 Nanotesla sind ein Tesla). Das Maß der Feldstärke ist A/m (Ampere pro Meter), dass der Frequenz Hz (Hertz) oder kHz (Kilohertz).
Da magnetische Wechselfelder durch fließenden Strom erzeugt werden, sind sie abhängig von der Höhe des Stromflusses, aber auch durch die Anordnung der stromführenden Hin- und Rückleiter zueinander, Art und Aufbau der Installation, Kabel und Geräte, Ausgleich- oder Fehlströme auf Rohren, Schutz- und anderen Leitern, der Qualität von Kompensation- und Abschirmmaßnahmen sowie der Abstand zum Feldverursacher . Werden z. B. am Abend viele Elektroherde eingeschaltet, so fließt viel Strom. Dem entsprechend größer werden die magnetischen Wechselfelder. Eine besondere Gefahr geht auch von dem Bahnstrom aus. Zum einen entstehen durch den großen Abstand zwischen Hin- und Rückleiter große magnetische Wechselfelder, zum Anderen ist die Frequenz von Bahnstrom mit 16,7 Hertz als sehr kritisch zu bewerten. Ist ein leitfähiger Körper (z. B. der Mensch) in einem solchen magnetischen Wechselfeld, so werden im Körper Spannungen und Wirbelströme induziert.
 
Da die Menge des Stromflusses allerdings nicht konstant ist im Tagesverlauf, kann man auch nicht mit einer kurzen Messung sagen, es ist gut oder schlecht. Eine Langzeitmessung, idealerweise über mehrere Tage, ist zwingend notwendig um eine genaue Beurteilung der Situation zu ermöglichen. 

 

Welche biologischen Auswirkungen haben magnetische Wechselfelder?

Die unmittelbare Wirkung der elektromagnetischen Felder auf den menschlichen Körper hängt von der Frequenz ab, daher die Einteilung in niederfrequente und hochfrequente Felder. Die mittelbare Wirkung auf dem Menschen bedarf eines "Mittlers". Dabei versteht man unter mittelbarer Einwirkung das Auftreten von Körperströmen und Berührungsspannungen bei Kontakt mit elektrisch leitfähigen Teilen oder z.B. die Beeinflussung und Störung von Herzschrittmachern und Implantaten. Sind diese "Mittler" vorhanden, kann eine wesentlich größere Wirkung auf den menschlichen Körper auftreten als bei unmittelbarer Einwirkung des selben Feldes.

Unmittelbare Wirkung

Die  niederfrequenten Felder erzeugen im menschlichen Körper elektrische Ströme. Über die Wirkungen solcher Ströme liegen weltweit sehr viele Erfahrungen vor. 

Während bei niederfrequenten Feldern elektrische Ströme im Körperinnern fließen, wird bei den  hochfrequenten Feldern die in das Körpergewebe eingestrahlte Energie vorwiegend in Wärme umgewandelt. Derartige Temperaturerhöhungen im Körper oder in Teilbereichen des Körpers können zu Schädigungen führen. Als besonders empfindliches Organ in dieser Hinsicht gilt das Auge.

Um schädliche Wirkungen durch Überhitzung des Gewebes zu verhindern, darf z. B. die Wärmeabsorption im Körper über 6 Minuten den Wert von 80 mW/kg für die Allgemeinbevölkerung nicht überschreiten (Bereich 100 kHz). Neben diesem Basis-Schutzgrenzwert gibt es aber auch noch Grenzwerte für die elektrische und magnetische Feldstärke. Diese Festlegungen wurden so getroffen, daß ein großer Sicherheitsabstand zum Wärmeumsatz des menschlichen Körpers besteht.

Mittelbare Wirkung

Neben den geschilderten unmittelbar auf den Menschen einwirkenden elektromagnetischen Feldern bestehen im gesamten Frequenzbereich Gefahren für den Menschen dort, wo elektrische oder elektronische Einrichtungen eine herausragende Rolle für die Sicherheit oder Gesundheit des Menschen spielen. Folgende Beispiele sollen dies verdeutlichen:

  • Elektronische Einrichtungen können bereits bei Feldstärken versagen, die keinen Einfluß auf den Menschen haben, deren Versagen aber zu einem Unfall führen kann (z. B. elektronisch gesteuertes ABS-System, Airbag, Flugzeugelektronik).
  • Herzschrittmacher, Insulinpumpen und andere aktive medizinische Implantate könnten in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
  • Metallische Implantate können durch induzierte Wirbelströme aufgeheizt werden, was dann indirekt zu einem Schaden führt.
  • An Empfangsgebilden können hohe Berührungsspannungen auftreten.
  • Bei isolierten metallischen Gebilden im elektrischen Feld können Funkenentladung oder bei Berührung Körperströme (Entladeströme) auftreten (z. B. Auto im Feld unter Hochspannungsleitung).

Elektrische und elektronische Geräte sowie Anlagen wie z. B. medizinische Geräte, Haushaltsgeräte, Computer, Radio- und Fernsehsender sowie -empfänger, können durch ihre elektromagnetische Abstrahlung Störungen bei elektrischen und elektronischen Geräten hervorrufen. Gerade bei lebensnotwendigen Geräten, wie z. B. bei Herzschrittmachern sowie bei der Autoelektronik können durch die elektromagnetische Strahlung unvorhersehbare Funktionen ausgelöst werden, z. B. veränderte Impulsabgabe beim Herzschrittmacher oder Aussetzen des elektronisch gesteuerten ABS-Systems.

Welche Gesundheitsschäden können möglicherweise ausgelöst werden?

Bekannte biologische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung sind thermischer Natur. Am bekanntesten ist dieser Effekt bei Infrarotstrahlung. Dieser tritt auch bei Mikrowellen auf und wird zur Nahrungsmittelerwärmung genutzt und dient in der Medizin, entsprechend dosiert, zur Erwärmung tiefliegender Gewebeschichten, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Ultraviolette Strahlen sind in geringer Dosis lebensnotwendig, können aber in höherer Dosis zu akuten Schäden und zu Krebs führen.

Für nichtthermische Wirkungen von elektrischen und magnetischen Feldern auf Zellen und Zellsysteme gibt es Anhaltspunkte für die Beeinflussung des Zellstoffwechsels und der Zellteilung.

Nach dem heutigen Wissensstand sind starke hochfrequente elektromagnetische Felder imstande, den Organismus zu beeinflussen oder gar zu gefährden. Dabei kommen primär thermische Wirkungen zum Tragen. Nichtthermische Wirkungen schwacher elektromagnetischer Felder werden in einigen Publikationen beschrieben. Diese Effekte und ihre mögliche Schädlichkeit für den menschlichen Organismus müssen in weiteren Studien überprüft werden.

Tipps zur Vermeidung magnetischer Wechselfelder

  • Entfernen Sie stromverbrauchende Elektrogeräte aus dem Schlafbereich. Ziehen Sie Stecker.
  • Halten Sie 1 bis 2 m Abstand zu stromführenden Leitungen und Geräten. Das gilt besonders für z. B. Sicherungskästen, Heizungen, Fernseher..
  • Verwenden Sie keine trafobetriebene Geräte direkt am Bett, halten Sie 1 m Abstand. Halten Sie auch mind. 1 m Abstand zu Steckernetzteilen und Ladegeräten.
  • Verzichten Sie auf Leuchtstoffröhren, Niedervoltbeleuchtungen und Dimmer sowie alle Dauerstromverbraucher.
  • Verzichten Sie auf elektrische Fußbodenheizungen, elektrische Bettwärmer, elektrisch verstellbare Betten.
  • Legen Sie Wert auf eine technisch und handwerklich einwandfreie sowie sauber geerdete elektrische (idealerweise geschirmte) und sanitäre Installationen.
  • Kaufen Sie nur strahlungsarme Bildschirme nach TCO-Norm.
  • Verwenden Sie nur verdrillte Leitungen.
  • Achten Sie auf etwa 100 bis 200 Meter Mindestabstand zu Hochspannungsleitungen sowie Bahnstromanlagen.
  • Vermeiden Sie die Stromzuführung in Ihr Haus über Dachständer.
  • Die Nähe von Trafohäuschen meiden.