Baubiologische Beratungsstelle IBN

Baubiologe IBN 

Vermeidung von Schimmelbefall

Was sind Schimmelpilze überhaupt?

 

Als Schimmelpilze werden Pilze gerechnet, die die typischen Pilzfäden und winzige, nur unter dem Mikroskop sichtbare Sporen ausbilden. Schimmelpilze gehören zu unserer natürlichen Umwelt- Sie sind an der Zersetzung von organischem Material beteiligt und spielen damit eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur. Die Sporen von Schimmelpilzen sind daher allgegenwärtig, unter anderem in der Luft und im Boden. Sie können Monate und Jahre auch bei Trockenheit überleben, wachsen können sie allerdings nur in feuchter Umgebung.


Wie kommt es zu Schimmel in der Wohnung?

 

Schimmelpilzsporen sind immer im Innenraum vorhanden. Zu einem Wachstum von Schimmelpilzen kommt es aber nur, wenn die Sporen auf eine feuchte Oberfläche treffen. Durch das Wachstum entsteht dann sichtbarer Schimmelbefall. Neben Schimmelpilzen können auch andere Mikroorganismen (z.B. Aktinobakterien) in feuchten Innenräumen wachsen. Ursachen erhöhter Feuchte in der Wohnung können zum Beispiel sein:

  • direkter Eintrag von Feuchtigkeit über defekte Dächer, Risse im Mauerwerk, aufsteigende Feuchte in Wänden,
  • ungenügendes Austrocknen bei Neubauten oder nach Baumaßnahmen,
  • Wassereintritt infolge von Rohrbrüchen oder anderen Wasserschäden,
  • unzureichende Abfuhr erhöhter Raumluftfeuchte durch zu wenig Lüftung,
  • Kondensation der Luftfeuchte im Bereich von „kalten“ Wänden, die beispielsweise durch Wärmebrücken oder bei unzureichender Wärmedämmung sowie durch unsachgemäßes Heizen entstehen.


Wie gefährlich ist Schimmel in der Wohnung?

Von Schimmelpilzen kann eine Gesundheitsgefahr ausgehen, wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden. Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze in der Lage, allergische Reaktionen wie beim Heuschnupfen (laufende Nase, Augenreizungen, Niesen) auszulösen. Wenn Sie in einer feuchten, schimmligen Wohnung leben, haben Sie außerdem ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen sowie für eine Verstärkung einer vorhandenen Asthmaerkrankung.


Wie kann man Schimmel in der Wohnung vorbeugen?

Ein baulich intaktes Gebäude, in das keine Feuchte von außen eindringt, ist Voraussetzung für gesundes Wohnen. Vorbeugend gegen Schimmelwachstum wirkt richtiges Heizen und Lüften – mit regelmäßigem Abführen der Feuchtigkeit nach außen. Wärmedämmmaßnahmen können das Problem von Wärmebrücken mit kalten Wandtemperaturen reduzieren. Wenn bei einer energetischen Sanierung, dicht schließende Fenster eingebaut werden, müssen Sie aber verstärkt lüften, um die Feuchte im Raum und damit die Schimmelgefahr zu reduzieren. Bei Havarien (z.B. Wasserrohrbruch, Überschwemmungen) ist es wichtig, die betroffenen Materialien möglichst schnell zu trocknen, um Schimmelwachstum zu vermeiden.


Woran erkennt man Schimmel in der Wohnung?

Schimmelpilze bilden beim Wachstum durch ihre gefärbten Sporen farbige, oft braune oder schwarze Flecken an Wänden, Decken oder Mobiliar. Manchmal wachsen sie aber auch im Verborgenen hinter Schränken oder in abgehängten Decken. Dann ist ein erster Hinweis oft ein modriger, muffiger Geruch.


Wie kann ich Schimmelbefall vermeiden?

Reduzierung des Feuchteeintrags durch:

  • regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchtigkeit (am besten das Lüftungsverhalten danach abstimmen)
  • große Wasserdampfmengen, welche z. B. beim Kochen entstehen, sofort durch richtige Lüftung austragen
  • nach dem Duschen bzw. Baden direkt Lüften
  • Wäsche nicht in der Wohnung trocknen
  • Schlafzimmer mindestens morgens und abends richtig lüften und beheizen Mindesttemperatur von 16 -18 °C
  • Schließen Sie die Türen von unterschiedlich temperierten Räumen, damit vermeiden Sie, dass die feuchte warme Luft des wärmeren Raumes die kalte trockene Luft befeuchtet und die Feuchtigkeit an den kalten Oberflächen kondensiert
  • Natürliche Materialien, wie z.B. Lehm, Holz, Ton etc. verbauen, Diese können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und geben diese bei Bedarf wieder ab.

Für ausreichende Oberflächentemperatur sorgen durch:

  • Richtiges heizen – heizen Sie die kühleren Räume nicht mit der warmen Luft aus wärmeren Räumen
  • Mindesttemperatur im Schlafzimmer 16° C
  • Keine großen Möbelstücke an die ungedämmte Außenwand stellen
  • Wärmedämmung (am Besten von außen) verhindert das übermäßige Auskühlen der Oberflächen
  • Wärmebrücken vermeiden
  • Wandheizungen oder Fußleistenheizungen sorgen für eine gut temperierte Wandfläche, an der kein Tauwasser ausfallen kann