Baubiologische Beratungsstelle IBN

Baubiologe IBN 

Wohngifte und Schadstoffe

Was sind Wohngifte und Schadstoffe und wie kommen sie überhaupt in unser Haus?  

Die meisten Menschen wähnen sich zu Hause in Sicherheit. Wer denkt schon daran, dass die Luft zuhause voller Schadstoffe sein kann. Eine erhöhte Feinstaubbelastung findet sich nicht nur in Raucherwohnungen! Nach wissenschaftlichen Untersuchungen ist die durchschnittliche Belastung der Innenraumluft in unseren Wohnungen, Häusern und Büros häufig bis zu 50 mal höher, als an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt!

Eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die in Materialien wie Farben, Holzschutzmittel, Möbeln, Bodenbeläge, Spannplatten oder Vinyltapeten enthalten sind, lesen sich wie die Produktpalette eines Chemieunternehmens. Dabei machen die Gebäude umso kranker, je mehr belastete Bausubstanzen verwendet wurden und je seltener gelüftet wird.

Die immer dichtere Bauweise zur Wärmedämmung und zum Schallschutz, erhöhen den Schadstoffgehalt der Raumluft. Daher ist es umso wichtiger, die Auswahl von Produkten sorgfältig zu treffen.

Die Industrie ist erfinderisch. Es gibt über 100.000 chemische Einzelstoffe und mehr als eine Million chemischer Mixturen, aber nur etwa 400 Grenzwerte und diese meist nur für Arbeitsplätze. Bei einigen Stoffen sind Gesundheitsgefahren erwiesen, bei den meisten weiß man jedoch noch nichts, hinsichtlich Langzeitrisiken und Wechselwirkungen. Neueste Gefährdung wird durch die sogenannte NANO-Technologie hervorgerufen, kleinste Einheiten auch bekannter Stoffe entwickeln auf Grund ihrer geringen Größe besondere Eigenschaften - gewollte und ungewollte! Die besondere Gefahr, die bei Nano-Partikeln besteht, ist die Tatsache, dass sie durch ihre gering Größe zellgängig sind. Die Auswirkungen kann noch niemand abschätzen, aber Asbestfasern z. B. sind nur lungengängig und richten schon fatale Schäden an. Was passiert dann erst mit chemischen Substanzen, die in unsere Zellen eindringen können?

Welche Schadstoffe finden wir häufig in Innenräumen?

Formaldehyd und andere giftige Gase z. B. wie Ozon, Chlor, Stadt -, Industrie - und Erdgas, Verbrennungsgase wie Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid

Lacke, Kleber, Spanplatten, Holzwerkstoffe, Einrichtungsgegenstände, Geräte, Heizung, Lecks, Verbrennung, Abgase, Umwelt,

Lösemittel und andere flüchtige Schadstoffe (VOC)

Farben, Lacke, Kleber, Kunststoffe, Möbel, Pflegemittel,Baumaterialien, Beschichtungen, Einrichtungsgegenstände

Biozide und andere schwerflüchtige Schadstoffe (SVOC)

Holz-, Leder- Teppich- Mottenschutz, Kleber, Kunststoffe, Dichtungen, Kammerjäger, Mottenkugeln, - sprays, Holzwurmmittel

Schwermetalle und andere organische Verbindungen

Holzschutzmittel, Baustoffe, Baufeuchte, Farben, Glasuren, PVC; Industrieanlagen, Altlasten

Partikel und Fasern, Staub, Schwebestoffe, Asbest, KFM (Künstliche Mineralfasern)

Bau- und Dämmstoffe, Heizungs- und Klimaanlagen, Aerosole, Staub, Rauch, Ruß, Geräte, Toner, Lüftung, Schwebestoffe

Raumklima, Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche

Baufeuchte, Lüftung, Heizung, Einrichtung, Atmung, Elektrostatik, Strahlung, Staub, Umwelt

Radon

Undichtigkeiten in der Bodenplatte, Verwerfungen im Erdreich, zu wenig Luftwechsel im Haus, 


Die Aufnahme der Schadstoffe aus der Raumluft erfolgt durch Inhalation (Atmung von Gasen, Nebel, Dampf, Staub, Rauch), über die Haut (percutane Aufnahme durch Berührung) oder über die orale Aufnahme (durch Nahrungsmittel oder Verschlucken von Staub).

Welche biologischen Folgen haben Schadstoffe und Umweltgifte?

  • Reizungen von Augen, Nase oder Rachen, Hautreizungen
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Geruchs-Geschmackswahrnehmungen
  • unspezifizierte Überempfindlichkeit können Auswirkungen einer Innenraumschadstoffbelastung sein
  • Weil es keine toxologischen Daten im Niedrigdosierbereich gibt, kann eine Gefährdungsbewertung grundsätzlich nur unter Einbeziehung des Vorsorgeaspektes für die betroffenen Bewohner erfolgen. Leider gibt es für Innenraumschadstoffe, bis auf wenige Ausnahmen, noch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Traurigerweise gibt es, gesetzlich gesehen, kein Recht auf gesundes Wohnen! Aber:  Wir Baubiologen arbeiten dran! Häuser, Wohnungen und Arbeitsplätze können krank machen, das weiß man schon länger. Der Fachausdruck hierfür ist SBS (Sick-Building-Syndrom).

 

 Wie vermeide ich Schadstoffe und Umweltgifte in meinen Innenräumen?

  • Vor allem regelmäßiges Querlüften im ganzen Haus (mind. aller 2h)
  • Naturbaustoffe verwenden, Lehm, Kalk, Holz, Baumwolle, etc.
  • Bei Farben und Lacken auf die Inhaltsstoffe achten, idealerweise hat der Hersteller eine Volldeklaration seiner Produkte. Wenn nicht, VORSICHT! Farben und Lacke bei einem Naturbaustoffhändler kaufen und sich fachmännisch beraten lassen.
  • Verzichten Sie auf Laminaten, Vinylböden oder Spanplatten bzw. OSB-Platten
  • Möbel aus Vollholz sind langlebige, qualitativ hochwertiger und weniger belastet als Pressspanmöbel. Der höhere Anschaffungspreis relativiert sich durch die längere Haltbarkeit ziemlich schnell. Außerdem hat Holz einen nachweisbaren positiven Einfluß auf das menschliche Empfinden und es reguliert die Raumluftfeuchte, da es hygroskopisch ist (sofern nicht durch Lacke abgesperrt)
  • Vermeiden Sie Duftkerzen, Duftspender oder ähnlichem.  Auch der übermäßige Gebrauch von Deos, oder Parfümen, welche meistens Schadstoffe enthalten, in Innenräumen sollte vermieden werden.